Die Stecknitzfahrt befand sich auf dem Territorium des Herzogtums Sachsen-Lauenburg, gebaut wurde sie von der Hansestadt Lübeck. Die beiden Herrschaften einigten sich auf die Unterhaltung der Schleusen, die in lübscher, in lauenburgischer und gemeinschaftlicher Verantwortung aufgeteilt wurde. Diese Regelung näherte Misstrauen und Fahrt zum häufigen Streit über Kosten und Einnahmen. beliefert ist ein Bericht über einen „Hoheitsstreit“ aus dem Jahre 1573. Bei den Inspektionen der Schleusen und der Schleusenwärteranlagen überließen die Lübecker Kontrolleure das Wappen der Hansestadt anmalen - als sichtbares Zeichen der Macht der Hanse. Kaum waren aber die Lübecker weg, nahten schon die Lauenburger mit einem Eimer Farbe und übermalten die Wappen. Solche Vorkommnisse findet man häufig in den Akten. Es gab jedoch einen Vorteil für die Schleusenmeister bei dieser Rechtsunsicherheit. Weil sich Lübeck und das Herzogtum Lauenburg nicht einigen konnten, mussten die Söhne nicht zum Militärdienst einberufen werden.